Kirche zwischen Raschütz und Röder
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Kirche Skäßchen

Geschichte und Ausstattung der Kirche

Die nach 1430 am Dorfanger erbaute Kirche wurde 1608 durch einen Neubau verändert oder gar ersetzt. Wegen Baufälligkeit musste sie 1903 abgebrochen werden. Die 1904 neu errichtete Kirche mit ihrer schwungvollen Ornamentik und den sanften Farben erlebt der Besucher im Jugendstil, der um die Wende 19./20. Jahrhundert seinen Höhepunkt fand. Einen Namen trägt die 1904 erbaute Kirche nicht, jedoch gab es vor der Reformation eine Wegkapelle am Südrand des Dorfes, die wahrscheinlich 1429 von den Hussiten zerstört worden ist. Diese war dem Heiligen Fabian und Sebastian geweiht.

Nach Abriss der alten Kirche fanden viele Steine und Quader keine Verwendung mehr und wurden anderswo eingebaut. Erhalten ist ein Portal aus Stein, das an der Südseite des Friedhofes zu finden ist. Übrigens befindet sich der Taufstein der alten Kirche vor dem Hauptportal der jetzigen Kirche in der Nähe des Brunnens.
Die Farbglasfenster im Mittelschiff zeigen die Reformatoren Luther und Melanchton – beide mit Blick zum Altar – zum Kreuz. 90 Zentimeter hoch ist das im 16. Jahrhundert entstandene und aus der alten Kirche stammende Kruzifix, das an der Ostseite der linken Empore zu finden ist. Schlicht und einfach wurden die Abendmahls-Symbole für Brot und Wein als Getreideähren und Weintrauben durch Schnitzwerk in den Altar eingearbeitet – jeweils auf der Seite, wo beim Abendmahl Kelch und Wein stehen. Drei Grabplatten, im Altarraum in die Wand eingelassen, erinnern an die Kinder Sophie von Miltitz †1590, Alter 7 Wochen, Sophia Christina von der Oelsnitz †1606, Alter 3 ½ Monate und Sebastian Hillebrant von der Oelsnitz †1608, Alter 3 Monate.
Die weich und voll klingende Orgel in dieser Kirche ist das 100. Bauwerk der Orgelbaufirma Eule aus Bautzen. Die alten drei Bronzeglocken sind leider dem Krieg zum Opfer gefallen. Seit 1949 gibt es ein Geläut aus Stahlgussglocken, wobei die große  Glocke gerissen ist. Die alte Turmuhr von 1903 wurde liebevoll hergerichtet und restauriert, wird jeden Tag aufgezogen und zeigt jedem Betrachter des Zifferblattes am Kirchturm, was die Stunde geschlagen hat.