Kirche zwischen Raschütz und Röder
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Geschichte und Ausstattung der Kirche

Die Kirche von Walda, für hiesige Verhältnisse klein und nur mit einem Dachreiter ausgestattet, liegt – etwas versteckt – an der Straße nach Bauda, in der Nähe des ehemaligen Rittergutes. Sie ist vom Friedhof umgeben, was seit alter Zeit auf die biblische Auferstehungshoffnung der christlichen Gemeinde hinweist. Ihr Alter ist beträchtlich, und sie hat eine wechselvolle Geschichte. Nach Auskunft der Kirchenchronik bestand die jetzige Kirche bereits 1494. Das genau e Jahr ihrer Errichtung ist unbekannt, so wie man auch das Jahr der Gründung der Gemeinde nicht genau angeben kann (vermutlich um 1150 – erste urkundliche Erwähnung 1220).

Möglicherweise ist sie auf den Mauern einer vorher dort vorhandenen Kapelle errichtet worden. Der Dachreiter ist erst 1633, also zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, gebaut worden – auf Veranlassung von Kurfürst Johann Georg I., der damals Kirchenpatron von Walda und damit für die Kirche verantwortlich war.

Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche mehrfach umgestaltet. So erhielt sie z. B. 1748 ein neues Dach; außerdem wurde im selben Jahr auch der Turmknopf erneuert. 1835 wurde der Altarplatz neu gestaltet, 1841 das Turmdach umgedeckt. In unserem Jahrhundert gab es 1931 eine Kirchenerneuerung, also in einer wirtschaftlich recht schwierigen Zeit. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Gruft mit 10 Zinksärgen, die sich an der Nordseite der Sakristei (einem Raum zur Vorbereitung des Gottesdienstes) befand, zugemauert. In dieser Gruft waren vermutlich Familienangehörige früherer Rittergutsbesitzer, die zugleich Kirchenpatrone waren, beigesetzt.

Mitte der 60er Jahre ist die Kirche wieder sehr baufällig. Die drei Glocken mussten stillgelegt und schließlich heruntergenommen werden, da die Holzkonstruktion des Dachreiters die Last  nicht mehr tragen konnten. Diese Glocken waren erst 1955 angeschafft worden, nachdem die vorherigen im 2. Weltkrieg abgegeben werden bzw. die letzte noch verbliebene verkauft werden musste. Das gleiche Schicksal traf die Waldaer Glocken (und nicht nur sie!) schon einmal im 1. Weltkrieg. 1964 wurde im Garten des Pfarrhauses ein Glockenstuhl aufgestellt, so dass von da an die Glocken wieder geläutet werden konnten. Seit 1972 wieder im Dachreiter, laden sie sonntags zum Gottesdienst und an den Werktagen früh, mittags und abends zum Gebet ein.
1968 begann die dringend notwendige Erneuerung der Kirche, die bis zum Herbst 1972 dauerte. Man kann nur ahnen, was an mühevoller Arbeit in dieser Zeit geleistet wurde. Die Kirchenchronik berichtet sehr ausführlich von den einzelnen Arbeiten, auch wer sie ausführte, wer mithalf und wie die Bauarbeiten finanziert wurden.

Nach der eigentlichen Kirchenerneuerung wurde von 1975 bis 1977 die an der Nordostseite des Kirchenschiffes befindliche Rittergutsloge zu einem Gemeinderaum für Unterricht und Veranstaltungen umgebaut. Das war nötig, da das 1737 erbaute Pfarrhaus 1972 verpachtet wurde. Im Winterhalbjahr wird dort auch Gottesdienst gehalten, da die Kirche über keine Heizung verfügt.

Den Kirchenraum beherrscht ein schöner spätgotischer Flügelaltar, der aus dem Jahr 1520 stammt – also aus einer Zeit, als Walda wie überhaupt das Land noch katholisch war. So überrascht es auch nicht, dass er als Marienaltar gestaltet ist: In der Mitte die Mutter Maria  mit dem Jesuskind, links und rechts je zwei Heilige, und auf den Flügeln die zwölf Jünger Jesu. Um diesen Altar versammelt sich bis heute die Gemeinde, um zu feiern und auf die biblische Botschaft zu hören.

Die etwa 500 Jahre alte Kirche ist mit ihrer wechselvollen Geschichte ein Zeichen dafür, dass auch in Walda christliche Gemeinde lebt.