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„Grenzgänger“ – eine Nachlese zur Kirchenführung in Nieska  

Am Mittwoch, dem 03. August, besuchte der Frauenkreis der evangelischen Kirchgemeinde Bad Liebenwerda unsere kleine Nieskaer Dorfkirche. Der Termin war seit über einem Jahr geplant und konnte – zwar bei hochsommerlichen Temperaturen – nun endlich stattfinden.

Kantorin Christina Müller, die seit ihrer Konfirmanden- und Schulzeit den Kontakt ins Brandenburgische pflegt, begrüßte die ca. 15 Frauen draußen vor der Kirche. Unter der Fragestellung „Was ist denn das Besondere an dieser Kirche?“ stimmte sie die Besucherinnen auf die Geschichte unseres Kirchleins ein. Schnell erkannten die Damen die achteckige Form, die einerseits als Vorbild die Seifener Kirche und andererseits die Dresdner Frauenkirche vermuten lässt. Und tatsächlich bestanden über den damaligen Ortspfarrer und Baumeister, Christian Gottfried Tzschiedrich, nachweislich Beziehungen nach Dresden. Es wurde berichtet, dass der ehemalige Kruzianer „ein tüchtiger Zeichenmeister“ gewesen sein soll und dass er die Zeichnungen der Nieskaer Kirche selbst angefertigt hat. Zum Einzug in die Kirche und dem ersten Bestaunen des Innenraums ertönte die Orgel mit einem festlichen Werk von Johann Sebastian Bach.

Im weiteren Verlauf der Kirchenführung konnten die Frauen etliche geschichtliche Hintergründe seit der urkundlichen Erwähnung des Ortes und speziell zum Bau der Kirche, darunter auch ein paar Anekdoten, erfahren. Ergänzend gab es auch Informationen zur Gemeindestruktur und zur gegenwärtigen Nutzung des Gebäudes. Auch der Klang der renovierten und gut spielbaren Orgel aus der Werkstatt des Orgelbauers Heinrich Nagel (19. Jahrhundert) überraschte die Besucherinnen. Bewusst spielte Kantorin Christina Müller auch mal ein paar „andere“ Stücke, zum Beispiel eine „Irische Meditation“ oder zeitgenössische Variationen über das Lied „Geh aus, mein Herz“, beides aus der Feder des Hamburger Komponisten Andreas Willscher.

Anschließend feierte Ilse Barth, ehemalige Katechetin aus Bad Liebenwerda, mit den Anwesenden eine kleine Andacht zum Thema „Grenzgänger“. So lautete auch das Motto der Ausfahrt ins sächsische Nachbargebiet. „Grenzen überschreiten“, „Neuanfang“ und „sich dem Anderen/Unbekannten zuwenden“ und dabei Gott vertrauen sind ja wichtige biblische Themen, die gerade in heutiger Zeit präsent sind.

Der gesellige Ausklang des Abends fand in der Gaststätte Purath statt. Bei kalten Getränken und einem zünftigen Bauernfrühstück konnten alle ins Gespräch kommen und das Gehörte ein wenig nachwirken lassen. Ein rundum gelungener Abend, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Denn wir haben ja noch andere schöne Kirchen in unserer Gemeinde…       Christina Müller