Kirche zwischen Raschütz und Röder
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Kirche Frauenhain

Kontakt: Pfarramt Frauenhain

Gottesdienste: sonntags 10.30 Uhr
parallel Spielmöglichkeit für Kleinkinder ab der Predigt (mit Tonübertragung für die Eltern) sowie ab 10.00 Uhr Kinderstunde für Vorschulkinder im Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft Frauenhain in der Hauptstraße 26.
Zu unseren Gottesdiensten

Die Kirche Frauenhain liegt am Kirchenradweg (Material dazu liegt in der Kirche aus) und ist von April bis Oktober täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr verlässlich geöffnet.

Geschichte und Ausstattung der Kirche 

Die Frauenhainer Kirche ist bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das zentrale Gotteshaus der einst größten Landgemeinde im Großenhainer Land gewesen. Die ältesten Gebäudeteile sollen zudem aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Frauenhain wird 1228 erstmals urkundlich erwähnt. Das älteste Gebäude in Frauenhain ist zweifellos die Kirche. Sie war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das zentrale Gotteshaus der einst größten Landgemeinde im Großenhainer Land. Der Ort Frauenhain ist nach der Kirche benannt.  Wie heute noch am Altar erkennbar, entstand die Frauenhainer Kirche vermutlich als Marienkirche bzw. „Frauenkirche“, d. h. als Kirche „unserer lieben Frau Maria“. Der umliegende Wald war der „Frauenhain“.

Die Kirche ist im großzügigen Stil als Langhausbau, der heute aus einem Haupt- und einem nördlich gelegenen Schiff besteht, angelegt. Die Erbauung in ihrer jetzigen gotischen Grundgestalt wird auf das Jahr 1375 datiert. Nach der Reformation wurden im Jahre 1580 der Westgiebel und wahrscheinlich auch das Nordschiff erbaut. Die Kirche behielt ihr Aussehen bis in das 17. Jahrhundert. 1733 und 1748 erfuhr die Kirche eine im Inneren und Äußeren durchgreifende Umgestaltung. Dadurch erhielt sie 1748 ihre heutige äußere Gestalt. Die Innenraumgestaltung stammt von 1904.

Über der Altarseite sind noch unversehrt die gotisch geschwungenen Deckenbalken mit den Nagellöchern der einstigen Spitztonnenschalung erhalten. Die später über der Orgel gezogene glatte Decke verdeckt seit über  hundert  Jahren  die  mittelalterliche  Zimmererkunst vor den Blicken der Kirchenbesucher. Darunter befindet sich die 1898/1899 erbaute Orgel von Richard Kreuzbach. Mit 15 Registern, 2 Manualen und Pedal können über 837 Pfeifen zum Klingen gebracht werden.

Der Flügelaltar (von 1510) ist geschnitzt, vergoldet und bemalt. Leider wurde der Künstler nicht übermittelt, jedoch wird der Altar mit dem Großenhainer Bildhauer Pankratius Grueber in Verbindung gebracht.

Zu Frauenhain passend, steht in der Mitte des Altars Maria mit einem Zepter auf der Mondsichel, das die Weltkugel haltende Jesuskind auf dem Arm, umgeben vom Heiligen Petrus, der den Schlüssel in der Rechten und ein Buch in der Linken hält, und vom Heiligen Paulus, mit einem Buch in der Rechten und dem Schwert in der Linken. Auf dem linken Altarflügel ist der Evangelist Johannes zu sehen, auf dem rechten Flügel Maria Magdalena mit dem Salbentopf. Darunter befindet sich die Weihnachtsszene (Jesuskind, Maria, Josef, Ochse und Esel). Auf den Rückseiten der Altarflügel ist die Ankündigung der Geburt Christi dargestellt. Zu dieser Fastenansicht gehören zwei zusätzliche Seitenflügel, die Johannes den Täufer und den Heiligen Antonius, den Gründer des Mönchtums, zeigen.

An der Nordseite im Innenraum des Hauptschiffes finden sich unter der Nordempore drei Epitaphe aus der Zeit von ca. 1600 bis 1700. Zwischen den Bögen an der Nordseite befindet sich ein gotisches Kruzifix in halber Lebensgröße.

Die Inschrift der Kanzel, die sich auf der Südseite befindet, erinnert an Pfarrer Zauling, der bis 1599 in Frauenhain das Pfarramt führte.

Das Taufbecken aus Zinn stammt von 1603. Der Taufstein enthält ältere Steine, die aus der Gründungszeit des Gotteshauses stammen.

Neben der ältesten sächsischen Glocke (12. Jahrhundert) hängen noch zwei weitere Glocken im Kirchturm. Die Glocken läuten die Gottesdienste sowie die wichtigen Feste des Kirchenjahres (u. a. Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten) ein. Außerdem erklingen die Glocken morgens, mittags und abends sowie zu besonderen Anlässen und laden so zum Gebet ein.

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde die Kirche umfangreich   saniert (Trockenlegung, Außenhülle, Dachstuhl, Innenraum, Ausstattung). Dabei wurde außen die leuchtende Barockfassung, innen die prächtige Jugendstilgestaltung wiederhergestellt. Die Sanierung des Holzflügelaltars erfolgte 2017.

Die rekonstruierte Jugendstilfassung von 1904 verleiht dem Innenraum ein besonderes, einheitliches Gepräge. Charakteristisch sind die Blumen- und Pflanzenornamente, die Evangelistensymbole an den vier Ecken der Flachdecke im Kirchenschiff sowie der Himmel über dem Altar mit dem Christuslamm samt Osterfahne auf dem Buch der Offenbarung und der weihnachtlichen Engelsbotschaft: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ (Lukas 2,14)