Kaum ein Kirchenvorstand hat so turbulente Zeiten erlebt, wie dieser. Die Wahl war noch vor der offiziellen Vereinigung der drei Kirchgemeinden Gröditz, Frauenhain und Nauwalde in den damals drei selbständigen Gemeinden erfolgt. Vorausgegangen war eine Zeit, in der sich die Kirchenvorstände teilweise nicht vor Ort, sondern nur zu Telefonkonferenzen treffen konnten. Der neue Kirchenvorstand der gemeinsamen Kirchgemeinde – bestehend aus durch die bisherigen drei Kirchenvorstände bestimmte Mitglieder – konnte sich zum ersten Mal im Januar 2021 unter den Voraussetzungen einer bestehenden nächtlichen Ausgangssperre treffen und den Vorsitzenden und Stellvertreter wählen, sich eine Geschäftsordnung geben, die nötigen Ausschüsse bestimmen. Gleichzeitig gab es durch die Bildung der neuen Kirchgemeinde herausfordernden Personalveränderungen im Friedhofsbereich. In dieser ersten besonderen Sitzung musste auch verspätet der Haushaltsplan des laufenden Jahres beschlossen werden ohne direkte Unterstützung der Kassenverwaltung aufgrund der bestehenden Coronabeschränkungen. Nach diesem aufregenden Anfang gab es besonders im Friedhofsbereich viele weitere Beschlüsse wie neue Friedhofsordnungen und -gebührenordnungen oder die Erweiterung pflegeleichter Grabanlagen. Auch zahlreiche andere gemeinsame Ordnungen und ein neues Siegel waren zu entwerfen und zu verabschieden. Das hat in der ersten Hälfte der Legislatur viel Zeit und Mühen gekostet. Ein gemeinsames Archiv sollte eingerichtet werden. Dieses langfristige Unternehmen ist nun am Ende der Legislaturperiode fast umgesetzt. Trotz dieser Herausforderungen hat sich der damals neue gemeinsame Kirchenvorstand in einem wunderbaren gemeinschaftlichen Miteinander gefunden, das die ganze Legislaturperiode bestehen blieb. Im Zentrum der Arbeit stand auch die Umsetzung eines gemeinsamen geistlichen Miteinanders in der damals neuen Kirchgemeinde. Bald folgte auch die erste gemeinsame Sitzung mit der Schwesterkirchgemeinde. Wir mussten die Abendmahlspraxis in der Folge der Coronapandemie neu bedenken. Natürlich gehörten auch zahlreiche kleinere und große Baumaßnahmen in die Zeit der letzten sechs Jahre. Die Sanierung der Kirche Spansberg war mit der Restaurierung des Altarbereiches abzuschließen. Das Pfarrhaus Frauenhain und Teile des Diakonats wurde instandgesetzt und eine Sanitäranlage in der Kirche Nauwalde gebaut. Zuletzt wurde die Instandsetzung der Fenster im Gemeindezentrum Merzdorf begonnen. Lange hat den Kirchenvorstand auch die Wiederbesetzung der Pfarrstelle in Frauenhain beschäftigt, die nach vielen Widerständen aus dem Stellenplan des Kirchenbezirkes gestrichen wurde. Als neue Herausforderung kam der Krieg in der Ukraine und die Unterbringung der Geflüchteten in Frauenhain. 2022 bekam der Gemeindepädagoge einen neuen Arbeitsort zugewiesen und es musste eine Lösung gefunden werden. Im Zuge der immer schwierigeren Personalsituation wurde die Anzahl der Christenlehrestunden verringert und in Merzdorf ganz gestrichen. Diese Schwierigkeiten beschäftigen uns auch noch aktuell (siehe Artikel „Neue Wege in der Arbeit mit unseren Kindern“. Später zeichnete sich als neue Herausforderung die Prävention gegen sexualisierte Gewalt ab sowie der Umgang mit erneuerbaren Energien und der Nachfrage nach kirchgemeindlichen Landflächen dafür. Das Verhältnis zur örtlichen landeskirchlichen Gemeinschaft in Frauenhain (einer der Ortsgemeinschaften im Bereich der Kirchgemeinde) musste neu geklärt werden. Mitglieder des Kirchenvorstandes mussten nachberufen werden und Auseinandersetzungen in der Mitarbeiterschaft geklärt werden. Pachtverträge waren zu erneuern. Für die Übernahme dieser Aufgaben verdienen die amtierenden Kirchenvorsteher eine besondere Würdigung.