„Vom Feiern und Fürchten“ ist unsere diesjährige Bibelwoche überschrieben.
In unserer heutigen Welt stößt christlicher Glaube oft auf Skepsis, Unverständnis oder gar Ablehnung. Unsere diesjährige Bibelwoche lädt dazu ein, diesen Gedanken zu erkunden – anhand eines ungewöhnlichen, aber faszinierenden Zugangs: dem Buch Esther. „Vom Feiern und Fürchten“ ist die Woche überschrieben und tatsächlich, dieses Buch kennt die Parties wie auch die Pogrome.
Die Geschichte spielt im 5. Jahrhundert vor Christus. Unter der Herrschaft von König Ahasveros wird eine jüdische Waise Hadassa (= Esther) Königin, nachdem sich ihre Vorgängerin weigerte, zu einem Fest des Königs zu erscheinen. Ihren Glauben und ihre jüdische Herkunft versteckt Esther, auch am Hof. Offenbar ist das Lebensumfeld ihrem Glauben nicht unbedingt wohlgesonnen. Besonders einer hat es auf die Vernichtung der Juden abgesehen: Haman, der Wesir und ranghöchste Beamte, dessen Stolz und Eitelkeit gekränkt wurden. Esther ist es, die ihr eigenes Leben riskiert, um das geplante Pogrom zu verhindern, was ihr auch gelingt. Heutigen Hörern der Geschichte wird es vielleicht zum Fürchten sein, wie die Verfolger um Haman und seine Getreuen enden. Doch am Ende kommt es wieder zu einem Fest, das seitdem im Judentum gefeiert wird: Purim, das als das fröhlichste jüdische Fest gilt und zu dem sich Kinder bis heute gern verkleiden.
Und so erzählt das Buch von den Gefahren in einer dem eigenen Glauben nicht wohlgesonnenen Umwelt. Es beschreibt damit auch das Ringen um Identität und den Mut, den es braucht, zu eigenen Überzeugungen zu stehen. Es stellt uns Fragen, nach dem Vertrauen, nach der Haltung, nach Ehre und Mut. Und es hat eine letzte Eigentümlichkeit. Obwohl das Buch zur Bibel gehört, wird Gott im Buch Esther mit keiner Silbe erwähnt – und ist doch darin präsent.
Wie schon in den Jahren zuvor, findet die Bibelwoche zum diesjährigen Thema „Ester“ in einigen Gasthäusern unserer Region statt. Der erste und der letzte Tag findet im Rahmen von Gottesdiensten statt. Orte und Zeiten dafür finden Sie in der Gottesdiensttabelle.
Di 10. März 19 Uhr Gröditz, Spanischer Hof, Hauptstraße 15a, „Eine Frage der Schönheit“ (Ester 2), Pfr. Thiele
Mi 11. März 19 Uhr (Abendessen ab 18 Uhr möglich) Böhla, Gasthof Böhla, Obere Dorfstraße 2, „Eine Frage des Mutes” (Ester 4-5), Pfr. Zehme
Do 12. März 19 Uhr (Abendessen ab 18 Uhr möglich) Strauch, Straucher Scheune, Uebigauer Weg 1a, „Eine Frage der Strategie“ (Ester 6,1-8,2), Pfr. Windisch
Fr 13. März 19 Uhr (Abendessen ab 18 Uhr möglich) Großenhain, Restaurant Mücke, Pollmerallee 12, „Eine Frage von Opfern & Tätern” (Ester 8,3-9,19), Pfr. Czenthe